Silence: The Whispered World 2 – ich kann es kaum erwarten

Ja, ich bin (Point’n’Click-)Adventure-Fan. Und ja, deshalb bin ich ein ziemliches Daedalic-Fan-Girl.

Daedalic hat für mich P’n’C-Adventures wieder hoffähig gemacht, ihnen eine Zukunft gegeben. Dafür bin ich der Entwickler-Bude aus Hamburg sehr dankbar. Aber vor allem haben mir Daedalic-Spiele unvergessene Momente beschert: ich war mit Edna auf der Suche nach der Vergangenheit, ich habe mit Rufus aus Deponia einen Weg nach Elysium gesucht, ich habe mit Lilli in Harveys neue Augen gegen den Wahnsinn gekämpft und ich habe Sadja kennengelernt. Memoria zählt immer noch zu einem meiner Lieblingsspiele – was für eine Story, was für eine Grafik und vor allem – was für eine Frau!

Seit etwas mehr als einem Jahr hält mich „Silence: The Whispered World 2“ in seinem Bann.

Bereits der erste Trailer hat mich vollkommen geflasht. Seht selbst:


Seitdem verfolge ich jede News zu „Silence: The Whispered World 2“ gespannt, lese jeden Text, schaue mir jeden Trailer an. Warum die Faszination?

Das Setting sieht wirklich gut aus und hat genau meinen Nerv getroffen. An apokalyptischen Storys komme ich einfach nicht vorbei.

Die Landschaftsbilder in „Silence: The Whispered World 2“ sind einmal wieder große Klasse, verträumt, fantasievoll, detailreich. Hier gibt es ein Making-Of zu einem der Hintergrundszenen, da ist gut zu sehen, wie detailreich gearbeitet wird. Allein die Musik und der „Kameraschwenk“ durch die Landschaft zu Beginn des Videos machen mich glücklich:

Und nicht zuletzt habe ich als große Schwester sowieso den Tick, dass mich Geschichten mit kleinen Schwestern auf emotional sehr starke Weise berühren (ich sage nur: Die letzten Glühwürmchen).

Renie - „Silence: The Whispered World 2“

Die kleine Schwester Renie aus „Silence: The Whispered World 2“, Bildquelle: www.silence-game.com

Außerdem bin ich gespannt, wie der Vorgänger „The Whispered World“ fortgesetzt wird. Die Handlung war abgeschlossen, aber es wird ja auf jeden Fall ein Wiedersehen mit Spot geben, den kleinen, grünen, wandlungsfähigen Begleiter.

Ein Besuch lohnt sich auch auf der Website zu „Silence: The Whispered World 2“, die Seite ist nett gemacht.

Nein, ich werde nicht dafür bezahlt, diesen Artikel zu schreiben. Ich bin wirklich einfach Fan und Daedalic für viele Stunden Spielgenuss einfach sehr, sehr dankbar.

Ich bastel mir mein eigenes Cosplay: Khal Drogo (Teil II)

Soooo, endlich ist es soweit: Hier kommt der zweite Teil!

Heute will ich über die Herstellung des Ledergürtels berichten.

Zwei Dinge vorweg: Der Original Gürtel ist ein sehr dunkles Braun, bzw. ein verwaschenes Schwarz. Wir haben einfach schwarz genommen, da das einfacher war. Auch besteht er eigentlich aus sehr dickem Leder, mit dem ich aber nicht hantieren wollte. Wenn ihr aber Herausforderungen liebt: nehmt dickes Leder. Zweitens: das Ding ist Handarbeit und darf auch so aussehen. Macht euch nichts draus, wenn er nicht perfekt gleichmäßig etc. wird!

Wir haben lange rumgeschaut, mit was wir den Gürtel substituieren könnten. Vielleicht mit einer mittelalterlichen Korsage? Oder mit einem sehr breiten Ledergürtel? Die mittelalterlichen Korsagen sahen aber einfach zu weiblich aus und an Gürteln wollte sich auch einfach nicht das Richtige finden lassen. Erst als wir auf einem Mittelaltermarkt waren und ich mich dort mit einer sehr netten Standbesitzerin über das Problem unterhalten habe, gab sie mir den Tipp, mir doch einen alten Ledermantel zu ebay zu bestellen und diesen auseinander zu nehmen. Das habe ich dann auch gemacht. Größe und Machart waren mir ja egal, so dass ich dann auch für 6€ einen recht großen schwarzen Ledermantel aus Kunstleder gefunden hatte und ersteigert habe. Super!

Nun fing die Fuddelei an. Ich musste das Ding ja irgendwie auseinander nehmen und geeignete Stücke für den Gürtel schaffen. Also habe ich mir eine kleine Nagelschere genommen und alle Nähte vorsichtig aufgetrennt. Der Mantel war glücklicherweise in verschiedene Segmente aufgeteilt, so dass es zwar ewig gedauert hat, ich aber im Endeffekt schon relativ passend die Teile für den Gürtel hatte. Leider habe ich von den Einzelteilen kein Bild, aber im nächsten Beitrag zeige ich euch mal ein Bild, was von dem Ledermantel noch übrig ist. Viel ist das nicht mehr. ^^ Diese Einzelteile schneidet ihr jetzt zurecht und rundet die Ecken ab.
Insgesamt braucht ihr für den Gürtel sehr viele Einzelteile. Ihr braucht:
8 x einen Streifen von ca. 30 cm Länge und ca. 8 cm Breite (Steifen A)
3 x einen dickeren Streifen von ca. 30 cm Länge und ca. 11 cm Breite (Streifen B)
6 x dünne Streifen von mind. 15 cm Länge und ca. 2 cm Breite (Streifen C)
Die Länge hängt übrigens vom Körperumfang ab. Messt also den Bauchumfang vorher gut aus und rechnet das dann runter für die passende Länge des Gürtels!
Hier mal eine schematische Übersicht:

Übersicht der benötigten Streifen.

Übersicht der benötigten Streifen.

Dann kann es also jetzt richtig losgehen. Als Werkzeug habe ich folgendes gebraucht:

Bastelwerkzeuge für den Ledergürtel

Bastelwerkzeuge für den Ledergürtel. Auf dem Bild fehlt: ein Cutter.

Also ganz wichtig: süßes Papier zum Unterlegen für das Foto. Noch wichtiger: Lochzange. Wir haben die glücklicherweise schon vor einer Weile mal beim Aldi gekauft und ich habe das Ding wirklich zu lieben (aber auch zu hassen) gelernt. Fakt ist: ohne die geht nix. Zweiter Fakt ist: nach einer Weile taten mir die Hände weh, da die Zange nicht unbedingt die Beste ist, Löcher stanzen wirklich anstrengend ist und ihr viiiiiele davon braucht.
Des Weiteren habe ich eine lange dicke Lederschnur benutzt, die es auf jedem Mittelaltermarkt gibt. Das ist die Gleiche, die auch den Goldgürtel zusammenhält und das kleine Stück, was ihr da seht, ist alles, was noch übrig geblieben ist. Außerdem braucht ihr noch eine dünne Lederschnur und zumindest ich habe auch noch jede Menge Leim benutzt. Man kann das wohl auch nähen, aber das war mir zu anstrengend und hätte bei der Dünne des Leders auch nicht so gut funktioniert. Also hieß die Devise: kleben, kleben und nochmals kleben. Prinzipiell empfehle ich dafür übrigens Sekundenkleber, der war nur leider irgendwann alle und ich hab mir den Uhu-Alleskleber gekauft. Ging auch, aber nicht ganz so gut. Passt nur auf bei dem Sekundenkleber, der Name ist da wirklich Programm! (Ich hing mal mit dem Finger an einer Lederschnur fest…)

Damit ihr schon mal eine grobe Vorstellung vom Gürtel habt, habe ich mal in Paint (Yeay! Paint!) eine schematische Übersicht gemacht. Wenn ihr ihn nachbasteln wollt, würde ich euch empfehlen, immer wieder auf die Übersicht zu schauen, damit ihr nicht durcheinander kommt.

Schematische Übersicht des Gürtels.

Schematische Übersicht des Gürtels.

Also dann mal los. Zunächst nehmt ihr einen der dickeren Streifen (Streifen B) und macht in der Mitte ein möglichst großes Loch. Sternförmig davon macht ihr sieben weitere, kleine Löcher. Durch die zieht ihr den dünnen Faden und klebt den auf der Rückseite fest. Das ganze sollte dann ungefähr so aussehen:

Nahaufnahme des mittleren Teils des Ledergürtels

Nahaufnahme des mittleren Teils des Ledergürtels


PS: Stört euch nicht an der Goldfarbe. Ich habe die Fotos z.T. jetzt erst gemacht und der Gürtel lag an dem Goldgürtel, dessen Seiten ich scheinbar nicht richtig geklarlackt habe, so dass er da abfärbt. Upps.

leicht unscharfes Bild der Rückseite, Da darf es ruhig etwas unordentlicher aussehen.

Leicht unscharfes Bild der Rückseite. Da darf es ruhig etwas unordentlicher aussehen. Ignoriert die Lederstreifen an der Seite, die kommen später erst.

Das ist der mittlere Teil des Gürtels. (Bitte entschuldigt die Qualität. Meine Kamera ist schon etwas älter und mag so Nahaufnahmen gar nicht.) Das Loch in der Mitte darf übrigens auch so groß sein, dass man es sieht. Dann müsst ihr es reinschneiden und könnt nicht die Lochzange nehmen. Und darauf hatte ich ehrlich gesagt keine Lust.
Oben und unten davon legt ihr jeweils einen der A-Streifen. In die beiden macht ihr auf einer der langen Seite insgesamt 8 mittelgroße Löcher. In den dicken Streifen kommen auf beiden langen Seiten 8 Löcher. Durch diese Löcher zieht ihr über Kreuz die dickere Lederschnur, schneidet auf der Rückseite ab und klebt dies fest. Hier könnt ihr die Schnur auch durchgehend durchziehen, dann braucht ihr aber ne Menge davon, weshalb ich mich für das Abschneiden entschieden habe. Jetzt solltet ihr ein verbundenes Lederstück aus drei Teilen haben.

Ihr seht noch durch? Super, dann weiter.

Für die beiden Seitenteile legt ihr jeweils wieder ein B-Streifen in die Mitte und fügt wieder jeweils einen A-Streifen oben und einen unten an den B-Streifen mit dem dicken Lederband. Nur den Stern in der Mitte habe ich weggelassen, auf Wunsch könnt ihr den aber machen.
Ihr solltet jetzt die drei Teile des Gürtels haben. Dann fügen wir die mal zu einem großen Ganzen zusammen. Nehmt einen Cutter und schneidet in dem mittleren Gürtelteil (den mit dem Stern) auf allen drei Segmenten auf beiden Seiten (links und rechts) mittig einen ca. 2 1/2 bis 3cm breiten Schnitt. Dies geschieht auch auf den beiden Seitenteilen, nur da jeweils auf einer Seite. Durch diesen Schnitt zieht ihr den Lederstreifen C. Zwischen die Hauptsegmente wird allerdings noch ein Segment gelegt. Nehmt dafür die noch übrigen A-Streifen. In diese schneidet ihr auf Höhe der anderen Schnitte jeweils zwei gleich lange Schnitte. Insgesamt also sechs Schnitte pro Streifen. (Das seht ihr besser auf der schematischen Zeichnung am Anfang.) Durch all diese Schnitte wird jetzt jeweils ein C-Streifen gezogen und auf der Rückseite festgeklebt. Als kleine Verzierung habe ich dann in die Mitte einen bronzenen Knopf genäht.

So. Nach all den ganzen Schritten seid ihr tatsächlich fertig! Es war relativ schwer jetzt zu beschreiben, zur besseren Ansicht bekommt ihr aber hier ein Bild des fertigen Gürtels:

Der fertige, ganze Gürtel

Der fertige, ganze Gürtel

Der mittlere Teil des fertigen Gürtels

Der mittlere Teil des fertigen Gürtels

Ein kleines letztes Problem ist noch die Befestigung des Gürtels. Ich habe an den Enden, jeweils pro Segment noch eine dünne Schnur gezogen und diese dann einfach verknotet. Wenn sich der Gürtel bei euch aber überlappt, könnt ihr auch eine Sicherheitsnadel o.ä. nehmen.

Und jetzt: herzlichen Glückwunsch, ihr seid fertig! Yeay! :) Ein Teil kommt jetzt noch, wo ich noch den Rest des Cosplays beschreiben werde. Aber jetzt bin ich erstmal fertig. Puh.

Spiele-Tipp: A Bird Story

„A Bird Story“ ist das perfekte Spiel für trübe Wintertage. Entwickelt wurde es vom „To The Moon“-Schöpfer Kan Gao.

Um was geht’s?

Ein kleiner Junge ist einsam. Niemand möchte mit ihm in der Schule spielen, einsam sitzt er auf der Wippe. Auch daheim wartet nur der Fernseher auf ihn. Vom Balkon kann er auf die beleuchtete Stadt sehen, die unter ihm weit, weit entfernt scheint. Verstärkt wird dieses Gefühl der Einsamkeit noch dadurch, dass alle Menschen um ihn herum nur als Schatten dargestellt werden.
Eines Tages findet er auf dem Nachhauseweg einen verletzten Vogel und beschließt, ihn auf dem Balkon gesund zu pflegen.

Wie spielt es sich?

„A Bird Story“ ist nicht wirklich ein Point’n’Click-Adventure. Vielmehr ist es eine kleine Geschichte über eine ungewöhnliche Freundschaft, bei der der Spieler ab und an mit eingreifen darf. Die Wege sind linear, es gibt nicht wirklich Entscheidungsfreiheit. Auch auf Dialoge verzichtet das Spiel. Dass man sich trotzdem sehr in das Spiel integriert fühlt, liegt an netten Kleinigkeiten die man mit der Tastatur ausführt, zum Beispiel wenn man dem Vogel das Toast zerkrümelt.
Auch die Musik weiß zu bezaubern und unterstreicht auf sehr einfühlsame Weise die Story.

Die Facts

Veröffentlichungsdatum: 7. November 2014
Plattform: PC (Windows, Mac OS, Linux)
Kosten: 4,29 € auf Steam
Meine Spielzeit: 78 Minuten
Developer: Freebird Games

Meine Wertung zu “A Bird Story”

Das Spiel hat mich trotz “einfacher” Grafik und Spielmechanismus schnell gefangen genommen. Entwickler Kan Gao weiß, wie man Geschichten erzählt und wie man Gefühle transportiert. Die Grafiken, die Musik sowie die kleinen netten Gesten und Metaphern bilden eine schöne, interaktive Bildergeschichte. „A Bird Story“ ist zwar mit etwas mehr als einer Stunde Spielzeit schnell durchgespielt aber es hat etwas in mir bewegt. Es entlässt den Spieler mit einem Lächeln im Gesicht – trotz melancholischem Beigeschmack. Wer sich auf die einfache Spielmechanik einlässt und sich an einen kalten Winterabend ein Stündchen Zeit für dieses Spiel nimmt, wird viel Freude mit diesem Adventure haben.

Video:

Ich bin wieder hier…

Ja, die letzte Zeit war es etwas ruhiger hier auf diesem Blog. 2014 war ein anstrengendes, aufregendes, emotional sehr aufwühlendes und vor allem stressiges Jahr für mich. Da brauchte ich erst einmal ein paar Wochen “Pausetaste”.

Aber der Blog hat mir sehr gefehlt! Ich möchte ihn nicht einschlafen lassen. Deshalb habe ich mir fest vorgenommen, wieder regelmäßig hier zu posten.

Jetzt noch etwas Privat-Zeugs. 2014 war für mich zum einen ein Jahr der Trennung. Von meinem langjährigen Partner, der Wohnung und dann sind innerhalb von ein paar Monaten auch noch alle vier Meerschweinchen gestorben.

2014 war aber auch das Jahr vieler Neuanfänge für mich. Mein Freund, neue Wohnung und zwei Meerschwein-Damen.

Meerschweinchen

Nach jahrelanger Böckchen-Haltung jetzt mal wieder zwei Weibchen. Die beiden Fellnasen suchen übrigens noch Namen!

Nach so viel Stress in 2014 freue ich mich, 2015 hoffentlich wieder mehr Zeit für meine Hobbys und diesen Blog zu haben.

Buchrezension: Das neue Buch Genesis – Bernard Beckett

Bernard Beckett: Das neue Buch Genesis. Verlag: Script 5, 2011, Seiten: 176.

Dann will ich hier mal eine neue Kategorie vorstellen: Buchrezensionen. Diese Artikel will ich immer mal zwischendurch schreiben und sie sollen nicht so lang sein.

Den Anfang macht ein Buch, welches ich gestern ausgelesen habe: Das neue Buch Genesis.

Letzte Woche hatte ich eine lange Busfahrt vor mir, weshalb ich mir noch schnell was neues zu lesen auf meinen geliebten Kindle ziehen wollte. Also habe ich auf meiner Lieblings-Dystopie-Seite geschaut, was man denn mal so lesen könnte und das Buch ist mir aufgefallen und war auch nicht zu teuer.

Es geht darum, dass die Protagonistin Anax eine fünfstündige Prüfung hat, um in die Akademie aufgenommen zu werden. Ihr Thema ist der Rebellionsführer Adam, der für die jetzige herrschende Ordnung verantwortlich ist. Im Verlauf des Buches lernt man diesen Adam und sein Leben kennen.

Die komplette Handlung ist auf die fünf Stunden Prüfungszeit beschränkt. Über die Lebensumstände, die in dieser gezeichneten Welt herrschen, lernt man kaum etwas kennen. Auch die Protagonistin bleibt recht blass. Dadurch, dass das Buch als Frage-Antwort-Spiel zwischen Anax und den Prüfern geschrieben ist, ist das Buch auch relativ anstrengend zu lesen. Spannend ist es eher mäßig, da einfach nicht viel passiert.

Doch darum soll es in dem Werk auch gar nicht gehen. Adam wurde in ein Gefängnis gesteckt, in dem er sich nur mit einem Roboter unterhalten kann. Deshalb möchte der Autor dazu anregen, über die Beziehung zwischen Mensch und Roboter nachzudenken. Was macht einen Menschen zum Menschen und wie unterscheidet er sich zu einer KI, bzw. unterscheidet er sich überhaupt davon, sind hier die Hauptfragen. Dies ist prinzipell auch ganz gut gelungen. Und dennoch… Es gibt sicherlich einiges, über das man sich streiten kann. Besonders haben mir einige Aspekte in ihren Diskussionen gefehlt. Adam war davon überzeugt, dass der Roboter kein Mensch sein kann. Doch wirkliche Argumente bringt er dafür gar nicht.

Prinzipiell hat Beckett mit dem Buch versucht, die Leser zum Nachdenken zu bringen und das Thema KI in ein neues Licht zu rücken. Dafür hat er probiert, besonders mit dem Ende zu schockieren – etwas, was ihm eher mäßig gelungen ist (zumindest war mir ab der Mitte klar, wie das ganze Enden wird…).

Insgesamt gesehen, hatte ich mir von dem Buch etwas mehr versprochen. Doch für alle, die sich genau mit solchen Fragen wie Menschlichkeit und Unterschiede der menschlichen Intelligenz und künstlicher Intelligenz befassen oder interessieren, könnte dieses Buch durchaus eine Empfehlung sein. Ansonsten fand ich es eher enttäuschend – besonders nach den guten Kritiken, die es z.B. auf Amazon bekommen hat.

5 von 10 Punken5/10 Punkten.

Ich bastel mir mein eigenes Cosplay: Khal Drogo (Teil I)

Halli Hallo,

da will ich doch mal weiter an meinen Cosplay-Bastel-Erfahrungen schreiben.

Das Khal Drogo Cosplay hat mich wesentlich mehr Arbeit gekostet als das von Dany. Deswegen kommt das jetzt auch Stückchenweise und in kleinen Portionen. Dann habe ich nicht so viel auf einmal zu schreiben und ihr nicht zu viel zu lesen. Klingt doch gut, oder?

Aber erst einmal grob zu den Vorbereitungen, die wir für das Kostüm getroffen haben. Falls ihr nicht wisst, wie der gute Herr aussieht, dann mal hier ein Bild:
Khal Drogo

Das zeigt ihn bei der Hochzeit mit Daenerys.

Was brauchten wir für das Khal Drogo Cosplay?

  • Eine dunkle Hose
  • Stoffreste
  • Farbe & Bartperlen
  • Leder und
  • einen Goldgürtel

Als erstes möchte ich jetzt mit dem Goldgürtel anfangen.

Für das Ding haben wir viel rumgesucht. Ihr glaubt gar nicht, wie schwer es ist, eine handtellergroße, metallene Scheibe zu finden! Wir waren in drei Baumärkten, einem Bastelladen, mehreren Internetseiten und einem Malerbetrieb. Schließlich haben wir bei einem kleinen Stand im Baumarkt, nähe des Gartencenters die Erlösung gefunden: Einmachgläserdeckel! Sie hatten genau die richtige Größe, waren schön leicht und vor allen Dingen billig. Super!

Zusätzlich hatte ich auf einem Mittelaltermarkt dickere Lederschnüre gekauft, für den Gürtel braucht man zwei bis drei Stück, je nachdem wie nah am Vorbild man sein möchte. Ich habe mich für die etwas abgespeckte Variante entschieden und nur zwei Stück genommen. Zuletzt habe ich in der Idee noch ein paar Holzperlen, sowie Goldfarbe gekauft. Die Deckel habe ich dann einfach mit Goldfarbe angesprayt. Ebenso die Holzperlen. Mit schwarzer Acrylfarbe habe ich die Kringel draufgemalt. Dann mussten Löcher in die Deckel gebohrt werden, damit die Lederschnüre durchgefädelt werden konnten. Da die Deckel nicht allzu dick waren, ging das auch recht problemlos mit einer normalen Bohrmaschine. Zusammen sah das dann so aus: Golddeckel

Da ich den Gürtel als letztes für das Khal Drogo Cosplay gemacht hatte (schon lustig, dass ich dann darüber als erstes schreibe…), war auch die Überlegung den schon so zu lassen, da mir die Zeit davon gelaufen ist. Aber ich hab die letzten beiden Tage vor der Hochzeit dann jeweils 6 Stunden daran gesessen und ihn so fertig bekommen. Zunächst habe ich mit schwarzer Acrylfarbe die schwarzen Kringel ganz am Rand gezogen und diese trocknen lassen. Derweil habe ich beim nächsten Deckel mit Bleistift vorsichtig das Pferd drauf gemalt. Das wurde dann mit einem sehr feinen Pinsel mit schwarzer Acrylfarbe nachgezogen. Das sah dann so aus:
Der Khal Drogo Cosplay Gürtel - Zwischenschritt
Als die Farbe trocken war, habe ich mit dem gleichen Pinsel und der gleichen Farbe die Feinheiten reingezeichnet. Wieder alles trocknen lassen und dann nur noch mit Überlack drüber gehen und der Gürtel für das Khal Drogo Cosplay ist fertig! So sah dann das Endprodukt aus:
Der Gürtel kurz nach dem Lacken

Ganz zum Schluss noch mal eine Detailaufnahme: Khal Drogo Cosplay Gürtel - Detail

Insgesamt gesehen hat es mir beim Khal Drogo Cosplay am meisten Spaß gemacht, den Gürtel zu fertigen. Als wir erst einmal die Deckel gefunden hatten, war er auch recht einfach herzustellen. Na klar, die Pferde sind jetzt nur draufgemalt und nicht kunstvoll irgendwo reingeschnitzt, aber ich bin wirklich zufrieden mit dem Endergebnis! Vermutlich wird es auch das einzige Teil des Kostümes sein, dass weiterverwendet wird. Ich will es irgendwie in mein Mittelalteroutfit einarbeiten.

Gut, das war es dann erst mal. Hoffe euch gefällt der Gürtel auch!

Ich bastel mir mein eigenes Cosplay – Daenerys Targaryen

Zwei liebe Freunde haben vor kurzem geheiratet. Ihr Motto war Game of Thrones. Wir haben absolut keine Ahnung von Game of Thrones. Also was macht man da am besten? Man bastelt ein Cosplay und hofft nicht aufzufallen. (Was wir dann doch sind – wir waren fast die einzigen im Cosplay…)

Aber jetzt mal ernsthaft. Also da war diese Hochzeit mit diesem Motto und dank Studiumsende hatte ich Zeit zu basteln. Cosplay hat mich schon immer interessiert, aber bislang habe ich nie eins angefertig. Also haben wir kurz überlegt und beschlossen, dass wir Daenerys und Khal Drogo darstellen wollen. In diesem Beitrag will ich mal langsam anfangen und geh erst mal nur auf das Daenerys Targaryen Cosplay ein, da das entscheidend weniger Arbeit gemacht hat. Anschließend werde ich wohl nach und nach das Kostüm von Khal Drogo vorstellen. Insgesamt sind geschätze 200€ und 80 Arbeitsstunden in beide Kostüme geflossen, aber ich bin eigentlich sehr zufrieden mit dem Ergebnis, vor allen Dingen, wenn man bedenkt, dass es der erste Versuch war.

Also dann mal los. Für alle, die auch keine Ahnung von Game of Thrones haben, hier erst mal ein Bild von der originalen Daenerys:

Daenerys bei ihrer Hochzeit

Daenerys bei ihrer Hochzeit

Das ist wohl mit das bekannteste Bild von ihr und zeigt sie bei ihrer Hochzeit mit Khal Drogo.

So entstand mein Daenerys Targaryen Cosplay:

Nach kurzer Suche habe ich ein Geschäft gefunden, welches das oben abgebildete Kleid für knapp 72€ (mit Versand) verkauft hat. Und zwar dieses hier.

Nach relativ kurzer Zeit kam das Kleid für mein Daenerys Targaryen Cosplay auch bei mir an und dann kam erst einmal der Moment der Ernüchterung. Der Halsträger war zu lang, die Armträger potthäßlich, das weiße Unterkleid zu kurz. Ansonsten soweit ganz ok. Der Halsträger war recht schnell kürzer genäht, also kein Problem. Nur diese Oberarm-Halter-Plastik-Dinger mussten weg. Hier mal ein Bild von diesen Teilen:

Armhalter von Daenerys Kleid

Armhalter von Daenerys Kleid

Der nächste Schritt war also ein geeigneten Oberarmreif für das Daenerys Targaryen Cosplay zu finden. Da ich recht schmale Oberarme habe, hatte ich die Hoffnung, dass ich ein ganz normales Armband nehmen kann. Allerdings habe ich keins gefunden. Entweder die falsche Farbe, die falsche Form oder meistens hinten offen, was mir nichts bringt, da ich die an den Stoff annähen musste. Also ab in die Idee und Draht sowie Perlen gekauft. Zum Nachbasteln braucht ihr das Zeug hier:

Daenerys Targaryen Cosplay - Bastelsachen

Bastelsachen

Darauf seht ihr: ein recht dicken Draht der Farbe Champagner, einen sehr dünnen Basteldraht, drei verschiedene Arten von Perlen und die etwas improvisierten Bastelwerkzeuge.

Um die Einzelsachen dann zu einem Armband zu machen, habe ich mir zunächst den dickeren Draht fünf Mal um den Oberarm gewickelt. Anschließend passend den Rest abgeschnitten und die Enden fest um den Reif gewickelt. Diese habe ich auch mit einer Pfeile abgeschliffen, da sie ganz schön scharfkantig waren. Anschließend habe ich die Perlen auf den dünnen Draht aufgefädelt. Dazu habe ich ein Stück dünnen Draht abgemacht (ungefähr 15 cm) und eine der Perlen eingefädelt. Um diese wird der Draht in der Mitte geknickt und festgezurrt. Anschließend habe ich den Draht mehrere Male um sich selbst gedreht, so dass die Perle schön fest saß und ich nach oben weggehend zwei Drahtenden hatte. Diese Drahtenden dann schön zusammen halten und dann nach belieben Perlen auffädeln. Denkt daran noch ein gutes Stück des Drahtes herausschauen zu lassen! Ich hatte zwei verschiedene Längen, damit einer der Perlenschnüre länger ist. Nachdem ihr zwei mal die längeren Schnüre und vier kürzere Schnüre hergestellt habt, seid ihr fertig. Diese werden dann um den den unteren Reif des Armbandes befestigt. Dafür den Rest des dünnen Drahtes mehrmals um den dicken Draht schlingen und dann den Rest abschneiden und schön plan an den dicken Draht andrücken. Dabei sehr vorsichtig vorgehen, um den dicken Draht nicht zu verkratzen.

Zunächst hatte ich zwei Varianten der Armbänder für das Daenerys Targaryen Cosplay gefertigt, da ich noch versucht hatte, in die Mitte ein Stück Blech anzubringen. Doch zum Schluss habe ich mich für die einfachere Variante entschlossen:

Daenerys Targaryen Cosplay - Oberarmreif

Oberarmreif

Diese mussten dann nur noch an den “Umhang” des Kleides genäht werden und fertig. Als kleines Gimmick habe ich mir dann noch diese Brosche bestellt und in die Mitte des Metall-Ringes genäht, was zum Schluss so aussah:

Daenerys Targaryen Cosplay - Drachenbrosche

Drachenbrosche

Die Brosche gab es übrigens hier zu kaufen. Leider war die Anstecknadel zu kurz gearbeitet, so dass sie aus dem Verschluss rausgerutscht ist. Hätte ich sie nicht für das Kostüm gebraucht, hätte ich sie wohl zurück geschickt. Aber das erklärt die weißen Fäden, die man sieht…

So, das war dann das Daenerys Targaryen Cosplay. Hätte ich mehr Zeit gehabt, hätte ich noch das weiße Unterkleid verlängert. Aber insgesamt war ich mit dem Endergebnis ganz zufrieden.

So, genug geschrieben. Herzlichen Glückwunsch, falls das wirklich jemand alles gelesen hat! Ich bin stolz auf dich. ;) Das nächste Mal werde ich dann auf das erste Teil des Khal Drogo-Kostüms eingehen.

Graphic Novel: Metronom #2

Ich habe vor längerer Zeit schon mal eine Review zu der Graphic Novel “Metronom” geschrieben. Den Artikel dazu findet ihr hier. Letzte Woche waren wir mal wieder in unserem Lieblings-Comic-Buch-Laden und da konnte ich mir den 4. Teil der Serie namens “Psychovirus” kaufen. Leider ist sie damit noch nicht abgeschlossen, aber ich dachte mir, dass es Zeit wäre, kurz meine Meinung dazu abzugeben.

Also habe ich mich am Samstag wunderbar faul mit Tee, Keksen und Kuscheldecke auf dem Sofa gemütlich gemacht und noch einmal alle vier Bände gelesen. (Was soll man auch besseres bei so einem Wetter tun?) Und naja, so wirklich überzeugt bin ich mittlerweile nicht mehr.

Ja, die Geschichte bleibt spannend. Deswegen auch das leider bei dem Kommentar, dass die Reihe damit noch nicht abgeschlossen ist. Denn da der vierte Band erst vor zwei Monaten erschienen ist, muss ich jetzt wieder ewig warten, bis der nächste Band herauskommt. Narf. Aber gut. Auch die Welt, die in der Geschichte gezeichnet wurde, gefällt mir nach wie vor ausnehmend gut. Richtig schön dystopisch-negativ mit ein bisschen Sci-Fi drin. Super. Aber… Und leider ist das mittlerweile ein fettes aber. Die Figuren sind einfach furchtbar. Habe ich mich in meinem ersten Artikel noch über die Eindimensionalität mokiert, ist mir mittlerweile auch aufgefallen, wie seltsam die Figuren einfach reagieren. So stirbt Lynns Mann. Sie ist exakt einen Tag zu spät, um ihn noch lebend zu sehen. Und alles was passiert ist, dass sie eine Träne weint und sich von dem Reporter das Händchen halten lässt. Achja, zwei Tage später macht sie dann mit ihm rum. Are you f#@$ing kidding me?!?! Ok, man weiß nicht, wie tief die Beziehung zwischen den beiden war. Aber immerhin hat Lynn den ganzen Mist mit “ich riskiere jetzt hier mal mein Leben, nur um meinen Mann zu sehen” ja nur gemacht, naja, um eben ihren Mann zu sehen! Dann erfährt sie, dass er tot ist und es ist ihr scheinbar auf einmal relativ egal. Mein Gott, ich hab mehr um ein verschwundenes Kuscheltier getrauert als die um ihren Mann! Argh.

Auch Lynns Schwester kommt nicht besser weg. So passieren auf einmal ein paar Dinge, die ich hier nicht verraten möchte, die sie aber zwingt mit ihren Kindern zu fliehen. Und auf einmal hat ihr Sohn eine Waffe und schießt auf alles, was sich bewegt. Ok, das ist etwas übertrieben, aber bei der Flucht kommen wirklich drei Leute durch die Hand des Sohnes ums Leben. Und was tut sie dagegen? Nahezu nichts! Dahingehend gleicht sie ihrer Schwester sehr: sie vergießt eine Träne und bittet ihren Sohn, dass er doch endlich mal die Knarre wegwerfen soll. Und wie antwortet der verzogene Bengel? “Nö, die hat mir Papa geschenkt, damit ich euch beschützen kann. Achja, darf ich jetzt spielen gehen?” Öhm. What? Ernsthaft? Entweder er ist nicht mehr so ganz gescheit im Gehirn oder aus ihm wird in ein paar Jahren ein 1A Psycho-Killer.

Ok, genug rumgeflucht. Aber ich mag es einfach nicht, wenn sich Personen dermaßen unrealistisch verhalten. Das stört den sonst sehr angenehmen Lesefluss im Comic, da man – oder zumindest ich – sich erstmal darüber aufregen muss. Auch frage ich mich, wie sowas zu Stande kommen kann. Ist es daran geschuldet, dass ich ohnehin das Gefühl habe, dass die vielzahl der Figuren, ihren eigene Geschichte und der Geschichte der Welt etwas zu viel ist, um in die 50-60 Seiten pro Band zu passen? Ist demnach kein Platz, um wirklich die Gefühle der Figuren zu zeigen? Gut möglich. Allerdings wäre das sehr schade. Liegt es vielleicht aber auch daran, dass Texter und Zeichner beides Männer sind, die nicht so die Ahnung von weiblichen Gefühlen haben? Aber auch das würde das absolute Fehlen von realistischen Reaktionen nicht wirklich erklären. Außerdem haben auch die Männer so ihre eigenen dummen Momente. Von daher: keine Ahnung. Ich finde es nur einfach schade, dass es so ist, da es ein Stück der Geschichte für mich ruiniert.

Ich habe damals keine Bewertung für die Graphic Novel gegeben. Mittlerweile würde sie wohl auch schlechter ausfallen. Ich würde wohl 5 von 10 Punken 5 von 10 Punkten geben.

Saubermachen

*Staubwedel heraushol*

*Alte Beiträge abstaub*

*Staubsauger herbeihol*

*Kommentare absaug*

*Bilder absaug*

FSCHLUPS

Verdammt! *Bewertungs-Bilder aus Staubsaugerbeutel herauszieh* *glattstreich* Sind doch fast wie neu…

*Wischmopp heraushol*

*Seite schrubb*

Mh? Is was? Nee, nen neuen Beitrag gibt es heute nicht. Ich putz hier nur schon mal für die bald wieder kommenden!

Comic: Der junge Lovecraft

Endlich hab ich alle Prüfungen hinter mir, was bedeutet, dass ich endlich mal wieder dazu komme Comics zu lesen und natürlich dann darüber zu schreiben.

Vor nicht allzu langer Zeit war ich mal wieder in meinem Comic-Buch-Laden des Vertrauens und habe dort beim Stöbern das kleine Büchlein mit dem Titel “Der junge Lovecraft” entdeckt. Als alter Cthulhu-Fan hat das natürlich meine Aufmerksamkeit erregt. Nach einem kurzen Durchblättern wurde dann auch beschlossen, den Comic mitzunehmen.

Ursprünglich kommt das gute Stück aus Spanien. Schreiber und Erfinder ist José Oliver, der seine Ideen von Bartolo Torres zeichnerisch umsetzen ließ. Zunächst waren die Comics wohl online hier zu finden, allerdings hab ich jetzt nicht so viel dort gefunden. Vermutlich befindet sich die Seite aber grad nur im Umbau, aber insgesamt bringt sie mir eh nicht viel, da alles nur auf Spanisch ist…

Naja egal. Kommen wir mal zum Comic.

Inhaltlich geht es um den noch kindlichen Protagonisten Lovecraft. Allerdings nicht wirklich in biographischer Art und Weise. Er wächst hier nur bei seinen Tanten auf, ist aber schon vom Okkulten angezogen. So begegnen ihm allerlei Gestalten, wie ein Ghoul, den er gleich mal als sein Haustier mit heim nimmt oder die Mumie Rammenoth, die Lovecraft immer wieder mal beschwört – oder zumindest Teile davon. Auch hat er schon eine blühende Fantasie, was sich darin auszeichnet, dass er berühmte Geschichten wie “Don Quijote” oder “In 80 Tagen um die Welt” nach seinen düsteren und meist auch sehr blutigen Vorstellungen umschreibt. Als in seine Klasse das Mädchen Siouxie kommt, kann er langsam Freundschaft mit ihr schließen, auch wenn er Menschen allgemein eher ablehnend gegenüber steht. Alles in allem ist es also eine Geschichte über einen kleinen verqueren Jungen, der eine ziemlich gruselige Fantasie besitzt und einen Draht zu anderen Welten besitzt.

Allgemein ist der Comic in mehr oder weniger zusammengehörigen Strips aufgebaut, die entweder drei Panels enthalten, wenn es um Lovecraft geht und sechs Panels bei den Geschichten, die er schreibt.
Der Zeichenstil ist sehr cool. Er unterscheidet sich zwischen den normalen Geschichten über Lovecraft und die Geschichten, die er sich selbst ausdenkt, bzw. umschreibt. Wenn es um Lovecraft selbst geht ist er sehr einfach gehalten. Meist gibt es keine Hintergründe oder diese sind nur in Umrissen angedeutet. Die Farbgebung ist meist schwarz-weiß, nur selten werden andere Farben eingebracht, meist rot. Auch die Figuren sind eher einfach gehalten. Aber das passt auch sehr gut. Insgesamt ist das alles ziemlich knuddelig gezeichnet, besonders das kleine Gothic-Mädchen Siouxie ist einfach zum liebhaben.
Bei den Geschichten, die von Lovecraft stammen wurde sich hingegen um einen sehr realistisch-düsteren Stil bemüht, da Lovecraft diese Geschichten auch immer sehr blutig ausgehen lässt. Von daher ist zwischendurch immer ein angenehmer Wechsel der Zeichenstile, wobei mir der skizzenhafte Zeichenstil besser gefällt.

Und was halte ich von dem Comic insgesamt?
Mh, tja, schwierig. Ich mag den Zeichenstil, das auf jeden Fall. Wie gesagt, die Figuren sind in diesem dunkel-süßen Stil gezeichnet, die auch zu einem Tim Burton gut passen würden. Auch der Humor der Strips ist meist ziemlich gut, auch wenn ich manchmal das Gefühl habe, dass einige Witze nicht richtig zünden wollen. Möglicherweise ist sowas aber auch auf die deutsche Übersetzung zu schieben. Recht nervig fand ich nach einer Weile die eingeschobenen Geschichten, die Lovecraft umgeschrieben hat. War es zu Beginn noch recht witzig, wie Lovecraft einfach alles zum Bösen wendet, war es spätestens nach der dritten Geschichte halt einfach immer wieder das Gleiche. Auch fand ich es an einigen Stellen unnötig brutal. Ok, eigentlich dürfte man sich da wirklich nicht beschweren – es ist immerhin eine Geschichte über Lovecraft. Aber dass er den Schul-Schläger in eine andere Dimension schickt, wo er im nächsten Strip getötet wird ist schon… naja, ich fand es einfach unpassend.

Insgesamt gesehen würde ich den Comic aber durchaus für alle empfehlen, die die von Lovecraft geschaffene Horror-Welt mögen und sich auch gern Tim Burton anschauen oder sich zumindest mit dem dunkelsüßen Stil anfreunden können. 100%ig überzeugt bin ich jetzt aber nicht davon. Deshalb gibt es von mir

Kurz und knapp:

Story: José Oliver
Zeichnung: Bartolo Torres
Genre: süßer Horror-Comic
Erscheinungsjahr: 2007 in Spanien, 2013 in deutscher Übersetzung
Verlag: Diabolo Comics
Sprache: Ursprünglich Spanisch, mittlerweile ins Deutsche übersetzt
Seiten: 87 aber mit noch einigen Seiten, wo Zeichnungen abgebildet sind
Fortsetzungen: soweit ich weiß noch in Arbeit